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Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Forschung

Verbesserung der Schulinfrastruktur mit vernetzter Mikrosensorik

Die Professur für Sensorik an der TU Dortmund untersucht im Forschungsprojekt SUITED, wie sich durch intelligente Sensortechnik die Energieeffizienz und das Raumklima in Schulgebäuden nachhaltig verbessern lassen. Im Zentrum steht die vollständige Sensorisierung aller Räume von drei repräsentativen Schulen in Holzwickede: dem Clara‑Schumann‑Gymnasium (BJ: 1995), der Josef‑Reding‑Schule (BJ: 1967) und der Aloysiusschule (BJ: 1920). 

Auf dem Bild ist ein dreidimensionales Modell einer Schule ohne Dach zusehen. Es sind von oben 7 Räume zu sehen, die unterschiedlich eingefärbt und beschriftet sind. Folgende Räume sind zu sehen: Raum1: "Klasse, 9480 W/m²K" Raum2: "Leseparadies, 4461 W/m²K" Raum3: "Klasse, 4461 W/m²K" Raum4: "Pumi. 0W/m²K" Raum5: "Klasse, 4461 W/m²K" Raum6: "0 W/m²K" Raum7: "Klasse, 4461 W/m²K" © Michael Schlafke
The diagram shows several interconnected points. The points are different colours. These represent: temperature sensors, sensor nodes and thermostats. There are three types of connection. The sensor nodes are connected to one another via ESP-WIFI-MESH. The thermostats are connected to the sensor nodes via ESP-NOW. The temperature sensors are connected to the sensor nodes via BLE. One of the sensor nodes is connected solely to a black box labelled ‘WiFi AP’. The nodes are located in different rooms, indicated by dotted lines. In each room, there is one sensor node and one or more of the other nodes. © Fabian Sievers et al.​/​TU Dortmund

Kabellos kommunizierende Sensorknoten erfassen kontinuierlich CO₂‑Konzentration, Temperatur und Luftfeuchte. Für die Bestimmung der CO2 Konzentration können auch miniaturisierte photoakustische Gassensoren eingesetzt und untersucht werden. Durch die Nutzung von Mikrosystemtechnik können kompakte, energieeffiziente und zugleich hochsensitive Mikrosensoren in in vernetzte Messsysteme integriert werden.

Die räumlich und zeitlich hochaufgelösten Messdaten werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und in Echtzeit ausgewertet. Dadurch wird sichtbar, wie sich Nutzung, Sonneneinstrahlung, Baujahr oder Gebäudestruktur konkret auf das Raumklima sowie auf den Heiz- und Lüftungsbedarf auswirken.

Der Mehrwert dieser Datentiefe ist zweifach:

Zum einen ermöglicht die kontinuierliche CO₂‑, Temperatur‑ und Feuchteüberwachung direkt das Wohlbefinden von Schüler*innen und Lehrkräften zu verbessern, da thermischer Komfort und Luftqualität gezielt eingehalten werden können. Zum anderen ermöglicht die detaillierte Analyse eine bedarfsgerechte Heizleistungsoptimierung. Über digitale Thermostate wird jede Heizkörper raumspezifisch geregelt – Überheizung, unnötige Lüftungsverluste oder träges Heizverhalten können so systematisch reduziert werden. Dies trägt deutlich zur Reduzierung des Heizenergieverbrauchs bei.

Dargestellt ist ein Graph mit Y-Achse "CO2 / ppm" und X-Achse "time / hh:mm". Eine aus Datenpunkten bestehende Kurve steigt zunächst Steil an und fällt dann annährend exponential ab. Eingezeichnet ist zudem ein kleinerer Graph mit den gleich Achsen. Dort ist die CO2 Kurve mit korrigiertem Hintergrund gezeicht. Der Abfall der Kurve ist dort annährend linear. Die Y-Achse ist hier logarithmisch skaliert. In einer kleinen Tablle stehen die Werte "ACH /h⁻¹" = 0,19 und "Ca / ppm" = 403 © Fabian Sievers et al.​/​TU Dortmund

Auf Basis aller Sensordaten wurde ein digitaler Zwilling der Gebäude entwickelt, der das thermische Verhalten modelliert und damit eine automatisierte Optimierung der Heizparameter automatisiert ermöglicht. SUITED zeigt damit, wie durch flächendeckende Sensorisierung und intelligente Datennutzung aus einzelnen Messwerten eine ganzheitliche, lernende Gebäudeoptimierung entsteht.

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