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Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Forschung

Mikrosysteme für selbstheilende Batterien

Im von der Professur Sensorik koordinierten europäischen Forschungsprojekt HEALINGBAT werden an der Professur neuartige Sensorkonzepte erforscht, die das Innenleben von Batterien „wahrnehmbar“ machen. Ziel ist es, den inneren Zustand der Energiespeicher in Echtzeit zu erfassen, Alterungsprozesse frühzeitig zu erkennen, selbstheilende Prozesse gezielt auszulösen und Sicherheit sowie Lebensdauer deutlich zu erhöhen.

Im Zentrum steht die Entwicklung eines mikrosystemtechnisch gefertigten, planaren quasi‑2D‑Sensorarrays, das direkt in die Batterie integriert werden kann. Dieses extrem dünne, flächige Sensorsystem wird in Dünnschichttechnologie hergestellt und so konzipiert, dass es sich nahtlos in die Zellarchitektur einfügt – ohne die elektrochemischen Prozesse zu beeinflussen.

Zwei Hände in blauen Handschuhen halten eine handgroße Batteriezelle. Aus der Zelle kommen 5 Streifenleiter. © HZB
Dargestellt ist sind drei gestapelte Graphen. Die X-Achse ist für alle gleich und mit "time / min" beschriftet. Die Skale verläuft von 1978 bis 1990. Der untere Graph besitzt eine Y-Achse mit der Beschriftung "H2S / ppm" skaliert von 0 bis 1. Gezeigt ist eine Kurve beschriftet mit H2S. Sie hat bis 1980 den Wert 0 und springt dann auf ca. 1. Der zweite, mittlere Graph besitzt eine Y-Achse mit der Beschriftung "R.H. / % und ist von 25 bis 40 skaliert. Die eingezeichnete Kurve verläuft nahezu Konstant bie ca. 32. Der dritte, obere Graph besitzt eine Y-Achse mit der Beschriftung "layer resistivity / Ohm" und ist ocn 10² bis 10⁸ skaliert. Gezeigt sind zwei Kurven die parallel verlaufen und mit "30 layer CuO nanoparticles" und mit "16 layer CuO nanoparticles" beschriftet sind. Erstere Kurve begintt bei ca. 10⁷ Ohm, die Zweite zwischen 10⁶ und 10⁷ Ohm. Ab 1986 min beschrieben beide Kurven einen Anstieg der gegen Sättigung verläuft. Bei 1988 fallen beide Kurven stark ab. Überschrieben ist dieser Bereich der Kurven mit "CuO->CuS". Mittige im oberen Graphen steht "phase transition".Rechts neben dem Graphen deutet ein Pfeil nach unten und ist beschriftet mit "Conducting connections". © Vincent Kuczius et al.​/​TU Dortmund

Das Sensorarray erfasst ortsaufgelöst zentrale Batterieparameter wie Temperaturverteilung, Druckentwicklung und Gasbildung im Inneren der Zelle. Dadurch entsteht erstmals ein detailliertes Echtzeitbild der inneren Zustände. Kritische Inhomogenitäten oder beginnende Degradationsprozesse können erkannt werden, bevor sie zu Leistungsabfall oder sicherheitsrelevanten Problemen führen.

Die Entwicklung folgt der gesamten sensorischen Wertschöpfungskette – von der Erforschung geeigneter physikalischer und elektrochemischer Wandlungsprinzipien über die Miniaturisierung in der Mikrosystemtechnik bis hin zur Integration in ein intelligentes Gesamtsystem. Mehrere Sensorelemente werden auf einer gemeinsamen Plattform kombiniert und mikrotechnisch strukturiert.

HEALINGBAT ist Teil der EU-Initiative Battery2030+ und wird von der Professur Sensorik koordiniert. Die Partner im HEALINGBAT‑Konsortium übernehmen dabei die Instrumentierung zur präzisen Auslese der Sensorsignale sowie die Entwicklung eines erweiterten Batterie‑Management‑Systems (BMS). Dieses BMS verarbeitet die von den eingebetteten Sensorarrays gelieferten Echtzeitdaten und nutzt sie zur dynamischen Anpassung von Betriebsparametern wie Temperaturführung oder Ladeleistung sowie der Steuerung von Heilungsmechanismen in der Batterie. So entsteht ein geschlossenes, lernfähiges System aus Sensorik, Datenverarbeitung und aktiver Regelung.

Eine REM-Aufnahme von Nanopartikel die über abwechselnd schwarzen und hellen Streifen verteilt sind. © Vincent Kuczius et al.​/​TU Dortmund

Durch diese enge Verzahnung von Sensorentwicklung an der TU Dortmund und Systemintegration durch die Projektpartner entsteht eine neue Generation intelligenter Energiespeicher: transparent, adaptiv und deutlich langlebiger.

HEALING BAT zeigt, wie aus präziser Mikrosystemtechnik, innovativer Sensorik und intelligenter Systemarchitektur eine nachhaltige Batterieplattform der Zukunft entsteht.

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